Studie ermittelt Risikofaktoren in der smarten Fabrik

Vor zehn Jahren wurde der Begriff „Industrie 4.0“ eingeführt. Damit ist eine Verschmelzung der realen und virtuellen Welt vor dem Hintergrund der rasanten Technologieentwicklung gemeint. Sogleich die Vision einer smarten Fabrik bei Unternehmen immer mehr an Begeisterung gewinnt, werden die Risiken im Zusammenhang mit Industrie 4.0-Projekten oft nicht systematisch gemanagt – viele Potenziale bleiben unberührt.

Insgesamt 359 Industrie 4.0-Projekte aus 24 Branchen und mehr als 50 Experteninterviews bilden den Grundstein der Studie zur Ermittlung von Risikofaktoren in der smarten Fabrik. Die Studie setzt sich hierbei mit der Problematik auseinander, dass viele Industrie 4.0-Projekte ihren Fokus auf die Vorteile und Potenziale legen, jedoch nicht die zahlreichen Risikofaktoren berücksichtigen, die die Projekte zum Scheitern bringen. Neben den Adaptionsrisiken und den Risiken aus technischem, organisatorischem und menschlichem Versagen müssen auch Risiken aus gezielten und ungezielten Cyber-Angriffen beleuchtet werden. Auch die zunehmende Vernetzung der Wertschöpfungsketten sollte nicht unbeachtet bleiben und bedarf deshalb einer angepassten Risikomanagementanalyse.

Im Zuge der Studie wurden zur Untersuchung der verschiedenen Use-Cases zwölf Kerntechnologien identifiziert, welche die wichtigsten Risikofaktoren in der smarten Fabrik vorstellen. Ergänzt wurde dieses Wissen um Erkenntnisse aus 54 geführten Experteninterviews – hierbei wurde insbesondere die Bedeutung des Faktors Mensch betrachtet. Denn dieser ist trotz zunehmender Automatisierung die Schlüsselressource im digitalen Zeitalter und trägt selbst auch Risiken in die smarte Fabrik ein. Zu den Risiken zählen zum Beispiel fehlendes Technologieverständnis, Bedienfehler oder auch kreativer Missbrauch und Manipulation.

Studienleiterin Prof. Dr. Julia Arlinghaus betont: „Smarte Wertschöpfung braucht smartes Risikomanagement. Die Vision der Industrie 4.0 wird ihre Potentiale voll entfalten können, sobald wir die mit neuen Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien einhergehenden Risiken systematisch betrachten.“

Hendrik F. Löffler, Vorstandsvorsitzender der Funk Stiftung: „Im Kontext Digitalisierung haben zwischenzeitlich viele mittelständische Unternehmen die Phase des Ausprobierens hinter sich gelassen. Aus digitalen Einzelprojekten werden digitale Unternehmen, digitale Lieferketten und digitale Ökosysteme. Dieser Netzwerkeffekt wird weitere Potenziale freisetzen. Damit diese Potenziale schnell realisiert werden können, braucht es ein neues Risikomanagement. Wir freuen uns, dass die Funk Stiftung den Leser durch diese Studie einen leichten Einstieg in das Thema Risikomanagement in der Fabrik der Zukunft geben kann.“

Presse

Die Studie zum Risikomanagement für die smarte Fabrik, initiiert von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurde von der Funk Stiftung gern gefördert.