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Emilie Mayers gesamtes Orchesterwerk (Vol.1)

Symphonische und konzertante Werke der Komponistin Emilie Mayer  

Starke Frauen hat es schon immer gegeben. Solche, die sich in eine Rolle begaben, die in den Augen der Gesellschaft eher untypisch für ihr Geschlecht war. Solche, die nach einem Leben strebten, das ihnen eigentlich gar nicht zugedacht war. Eine von ihnen war Emilie Mayer (1812–1883), die Tochter eines wohlhabenden Ratsapothekers aus der kleinen mecklenburgischen Stadt Friedland. Sie wagte sich in eine Welt vor, die im 19. Jahrhundert noch fest in Männerhand lag: Sie betätigte sich als Komponistin. 

Eigentlich hätte alles dafürgesprochen, dass man Mayer als musikalisches Wunderkind entdeckte und förderte. Doch ihre Begabung blieb zunächst weitgehend unbeachtet. Anstatt sich der Musik widmen zu können, musste sie als Tochter eines verwitweten Vaters den Haushalt führen und sich um ihn kümmern. Erst nach dessen Tod (als Emilie bereits 28 Jahre alt war!) rückte die Musik in den Mittelpunkt. Sie nutzte ihr Erbe, um ihre kompositorische Ausbildung selbst in die Hand zu nehmen. Zunächst studierte sie bei Carl Loewe in Stettin, anschließend bei Adolf Bernhard Marx in Berlin. In Berlin entstand ihr erstes Werk von Gewicht, die Sinfonie Nr.1 in c-Moll. Es sollten zahlreiche weitere Kompositionen in den unterschiedlichsten Gattungen folgen, darunter insgesamt acht (zum Teil verschollene) Sinfonien, ein Klavierkonzert sowie Vokal- und Kammermusik, die in der zeitgenössischen Presse durchaus Erwähnung fanden und vielfach gelobt wurden. Doch auch bei den positiven Rezensionen schimmerte immer wieder eine gewisse Herablassung und Gehässigkeit durch. Ja, ihre Musik sei schon gut – das räumten die Kritiker ein. Aber die Tatsache, dass eine Frau solche Werke komponierte, blieb für viele offenbar ebenso bemerkenswert wie die Musik selbst. „Hier zeigt sich uns ein weiblicher Komponist, der nicht blos für das Pianoforte schreibt“, hieß es in einer zeitgenössischen Kritik. Ein anderer befand: „Es ist schon sehr viel, dass eine weibliche Natur sich dem anhaltenden Ernst und Fleiss ergiebt.“ Und ein dritter fasste sein Urteil so zusammen: „Was weibliche Kräfte, Kräfte zweiter Ordnung, vermögen – das hat Emilie Mayer errungen und wiedergeben“.

Glücklicherweise werden Mayers Werke, von denen zu ihren Lebzeiten nur wenige veröffentlicht wurden, mittlerweile wiederentdeckt. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet ein umfangreiches, von der Akademie für Alte Musik unter der Leitung von Bernhard Forck initiiertes und beim Label Harmonia Mundi erscheinendes Aufnahmeprojekt: die Gesamteinspielung von Emilie Mayers Orchesterwerken. Der erste Teil dieses Projekts ist bereits seit dem 18. September verfügbar. Dieses „Vol.1“ vereint zwei Ouvertüren, die 1. Sinfonie und das einzige Klavierkonzert, gespielt auf einem historischen Flügel von Alexander Melnikov. Nun haben also die Hörerinnen und Hörer von heute die Möglichkeit, die Vorurteile von damals zu überprüfen und im Übrigen eine Frau kennenzulernen, deren Weg zur geschätzten Komponistin hart erkämpft war.
 


Presse

Finden Sie nachstehend projektbezogenen Informationsunterlagen, Links und ausgewählte Veröffentlichungen.

  • Projektvorstellung auf der Website der AKAMUS
  • Buchbesprechung der CD auf der Website The Classic Review
  • Rezension auf der Website Concerti
  • Besprechung auf der Website Le Monde (auf Französisch)
  • Besprechung auf Gramophone
  • Rezension vom Rondo: Das Klassik & Jazz-Magazin
  • Interview mit Bernhard Forck im Rondo-Magazin
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