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Das erste Volume der Gesamteinspielung von W. A. Mozarts Streichquintetten kombiniert mit zeitgenössischen Auftragswerken
Ein 25-jähriges Jubiläum ist mehr als nur ein Datum. Es ist ein Moment des Innehaltens, ein Anlass, Bilanz zu ziehen und das bislang Erreichte zu reflektieren. Es eröffnet zudem den gezielten Blick nach vorn auf neue Ideen und Vorhaben, mit denen nochmals Neuland betreten werden soll – möglichst durchdrungen von Farbigkeit, Neugierde und Experimentierfreudigkeit. Und natürlich ist es die Zeit, einen dem Anlass gemäßen Festakt vorzubereiten, die Dramaturgie dafür zu planen, Weggefährtinnen und Weggefährten einzuladen und eventuell schon erste Hinweise auf das Kommende zu platzieren.
Genau diese Impulse hat das renommierte Kuss Quartett, bestehend aus der Geigerin Jana Kuss, dem Geiger Oliver Wille, dem Bratschisten William Coleman und dem Cellisten Mikayel Hakhnazaryan, aufgegriffen und im Vorfeld seines eigenen 25-jährigen Bühnenjubiläums im Jahr 2027 ein neues Groß-Projekt in Angriff genommen: die Gesamtaufnahme der Streichquintette von Wolfgang Amadeus Mozart.
Auf den ersten Blick mag das Projekt weniger als kühnes Experiment, sondern eher als ein etwas vermessenes Unterfangen erscheinen. Denn wie kann Musik, die nach einer Quintettbesetzung (nämlich zwei Geigen, zwei Bratschen und ein Cello) verlangt, von einer eingespielten Quartettformation überzeugend realisiert werden? Allen Fragezeichen zum Trotz erweist sich die Ausgangssituation bei näherem Hinsehen als geradezu doppelt produktiv. Zum einen bietet es dem Kuss Quartett die Chance, die Grenzen seines angestammten Quartettrepertoires zu verschieben bzw. zu sprengen. Und zum anderen sucht es dabei konsequent die Zusammenarbeit mit Bratschistinnen und Bratschisten einer jüngeren Generation und schafft so einen geeigneten Raum gleichermaßen für künstlerischen Austausch und Nachwuchsförderung.
Der integrative Gedanke setzt sich in gewisser Weise auch auf der Ebene des Repertoires fort. Ergänzend zu den Werken Mozarts hat das Ensemble zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten gebeten, kurze Stücke für Streichquartett zu schreiben, die jeweils als persönliche Widmungen – „Postkarten“ – an den Wiener Klassiker konzipiert sind. Im Ergebnis verspricht das eine vielschichtige Form künstlerischer Korrespondenz, bei der unterschiedliche Epochen, Stile und Perspektiven miteinander in den Dialog treten.
Das erste der insgesamt drei geplanten Alben (Vol.1) ist zwischenzeitlich beim Label Rubicon erschienen. Darauf zu hören sind Mozarts frühes Streichquintett KV 174 in B-Dur und das reife KV 516 in g-Moll, gepaart mit neuen Kompositionen von Manfred Trojahn und Matthew Shlomowitz. Den zweiten Bratschenpart hat die junge amerikanisch-iranischen Bratschistin Muriel Razavi übernommen. Eigentlich gleicht diese CD selbst einer „Postkarte“ – und zwar des Kuss Quartetts an seine Hörerschaft. Mit der wichtigen Botschaft: Zum 25-jährigen Jubiläum wird es keinen Abschluss zu feiern geben, wohl aber den Beginn einer ganz neuen Geschichte.
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