Risikomanagement betrifft nicht nur große, international agierende Unternehmen. Immer häufiger müssen sich mittelständische Unternehmen mit der Herausforderung des strategischen Risikomanagements auseinandersetzen. Um solchen Unternehmen eine Hilfestellung an die Hand zu geben und die Wichtigkeit von strukturiertem Risikomanagement zu verdeutlichen, hat die Funk Stiftung eine Studie zum Thema „Risikomanagement im Industrieunternehmen – Wertbeitrag für mittelständische Unternehmen“ gefördert. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft e. V. (GVNW), der Universität Leipzig und der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt.

Im Ergebnis der Analyse verfügt bereits ein Großteil der untersuchten Betriebe (80 Prozent) über ein systematisches Risikomanagement. Gleichzeitig gaben 82 Prozent der Befragten jedoch an, weitere Maßnahmen ergreifen zu wollen. Verbesserungsbedarf besteht in der strategischen Risikoplanung sowie bei der Risikofrühwarnung.

Das Management von Risiken hat sich in einem Großteil der mittelständischen Unternehmen in Deutschland als fester Bestandteil der Organisationsstruktur etabliert. In fast 70 Prozent der Fälle besteht ein entsprechendes System seit mindestens zehn Jahren. Dabei liegt der Fokus bislang vor allem auf dem Bereich der systematischen Risikoanalyse: eine solche wird bereits in 93 Prozent der Unternehmen durchgeführt.

Im mittelständischen Risikomanagement sind auch die Bereiche Risikoberichterstattung (85 Prozent) und Risikokontrolle (75 Prozent) weit verbreitet. Weniger systematisch erfolgt hingegen die Festlegung eines angemessenen Risikoappetits; nur knapp die Hälfte (45 Prozent) der untersuchten Unternehmen gab an, für diesen Bereich etablierte Strukturen bereitzustellen. Auch das Instrument eines funktionsübergreifenden Personenkreises (z. B. in Form eines Risikokomitees) gehört mit einer Verbreitung von 60 Prozent bislang noch nicht zum Standardrepertoire des Risikomanagements mittelständischer Unternehmen. Dazu Herr Hendrik F. Löffler, Vorstandsvorsitzender der Funk Stiftung:

„Das Versicherungsmanagement wird oftmals noch nicht wertorientiert gesteuert. Hier nutzen viele Unternehmen vorhandenes Potenzial zur Kostenoptimierung nicht ausreichend.“

Potenziale zur Verbesserung des Risikomanagement wurden von den Befragten vor allem in der strategischen Risikoplanung (53 Prozent) und in der Risikofrühwarnung identifiziert. Besonders gut aufgestellt sehen sich die Unternehmen hingegen im Bereich der Risikoberichterstattung; hier gaben 66 Prozent der Befragten an, keinen weiteren Verbesserungsbedarf zu haben. Herr Jörg F. Henne, Geschäftsführer des GVNW, kommentiert diese Befunde folgendermaßen:

„Die Ergebnisse der Studie zeigen uns, dass Risikomanagementprozesse in den meisten Unternehmen etabliert sind und von der Geschäftsführung direkt eingefordert werden. Die Gestaltung und Umsetzung ist jedoch sehr heterogen. Auch deswegen wird effektives Risikomanagement leider noch zu wenig als ein wichtiger Faktor für den nachhaltigen Unternehmenserfolg wahrgenommen.“

Für die Studie wurde eine Befragung mit ausgewählten 40 Verantwortlichen des Risikomanagement von mittelständischen Industrieunternehmen durchgeführt. Dabei wurden Unternehmen unterschiedlicher Größen und verschiedener Branchen einbezogen. Anhand von insgesamt 50 Fragen gaben die Teilnehmer Auskünfte über Risikomanagement, -strategie, -analyse, -controlling sowie über die Wertschöpfung der vertretenen Unternehmen.

Bei Interesse, steht Ihnen ein kostenloser Download der Studie auf dieser Seite zur Verfügung.