Der Rückgriff auf die Variationsform war für Komponisten von jeher ein beliebtes Mittel, um die eigene Gestaltungskraft und musikalische Fantasie zu demonstrieren. Ein meist schlichtes Thema erfährt dabei die verschiedensten Transformationen, bleibt aber in seiner Substanz für den Hörer stets weiter erkennbar.

Drei durchaus abwechslungsreiche Beispiele für Variationssätze standen in der ersten Konzerthälfte auf dem Programm. Zu erleben war das junge

Klavierduo Linda Leine & Daria Marshinina

mit Klaviermusik zu vier Händen. Die beiden Künstlerinnen trugen zunächst ein frühes und sehr gewitztes Werk von Beethoven (WoO 67) vor und ließen dann das innige Andantino varié (D 823) von Franz Schubert folgen. Zu den überhaupt anspruchsvollsten Werken der „vierhändigen“ Klavierliteratur gehören zweifellos die sogenannten „Schumann-Variationen“ op. 23 von Brahms. Hier zeigte das Duo eindrucksvoll, dass das gelungene Zusammenspiel zweier Pianistinnen an nur einem Instrument nichts weniger als eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr eine Kunst für sich ist.

Auch Beethoven in seinen äußeren Dimensionen fast symphonisch anmutende Septett C-Dur op. 20 (für Streicher und Bläser) enthält an vierter Stelle einen Variationssatz, welcher übrigens seinerzeit ganz maßgeblich zur Popularität des gesamten Stückes beigetragen hat. Dieses Septett wurde nun in der zweiten Konzerthälfte von einem Kammermusikensemble der Hamburger Camerata (Leitung: Gustav Frielinghaus) furios dargeboten. Der Kreis hatte sich hier sozusagen geschlossen: die Konzertveranstaltung begann mit Beethoven und klang mit ihm auch aus.

Die Funk Stiftung freut sich sehr ankündigen zu dürfen, dass die Zusammenarbeit sowohl mit dem Klavierduo Leine / Marshinina, als auch jene mit der Hamburger Camerata in naher Zukunft weitergehen wird. Zunächst steht im Februar 2019 die Veröffentlichung der Debüt-CD des Duos beim Hamburger Label C2/ES-DUR an. Die Aufnahme wurde maßgeblich durch die Funk Stiftung finanziert. Darüber hinaus ist ein weiterer Auftritt der beiden zusammen mit der Orchesterformation der Hamburger Camerata in der Konzertsaison 2019/20 geplant.

Weitere Informationen zu dem Konzert vom 18.10.2018 finden Sie hier.

Informationen zu der Hamburger Camerata und Eindrücke ihrer Arbeit, sowie anstehende Konzerte finden Sie auf der Webseite.

Für weitere Informationen zu dem Klavierduo Leine / Marshinina besuchen Sie gerne deren Webseite.

Hier der Flyer zum Krypta-Konzert: