Heidi Tsai ist eine Musikerin, die sich durch ihr vielseitiges Können auszeichnet. Nicht nur auf dem modernen Konzertflügel, sondern auch auf dem Cembalo und dem Hammerklavier gibt sie regelmäßig Konzerte. Ihre Konzertaktivitäten führten sie bereits zu Musikfestivals in den Vereinigten Staaten, Mittelamerika, Asien und Europa. Außerdem war und ist Heidi Tsai als Dozentin tätig, ehemals am Interlochen Center for the Arts, an der Boston University, dem Boston Conservatory, der Arizona State University, sowie der Indiana University. Derzeit lehrt sie am Conservatoire de Musique et Dance in Pau. Zu ihren Fachgebieten gehören Cembalo und Alte Musik.

In Zusammenarbeit mit der Funk Stiftung und dem Aufnahmestudio b-sharp, hat Heidi Tsai kürzlich eine neue CD mit dem Titel „Burgmüller / Schuncke / Hummel“ eingespielt. Wie der Titel der Aufnahme schon verrät, beinhaltet das Programm der CD Werke heutzutage kaum bekannter Komponisten. Es handelt sich dabei um drei groß angelegte Klaviersonaten aus der Zeit zwischen 1819 und 1832, also einer Phase, die musikgeschichtlich die Wende von der sogenannten „Klassik“ hin zur „Romantik“ markiert.

Johann Nepomuk Hummel (1778-1837) stand als Komponist und Musiker zeitlebens stark im Schatten von Ludwig van Beethoven. Mit der Sonate fis-Moll op.81 von 1819 war er allerdings in der Lage musikalisch durchaus eigene Wege zu beschreiten und den großen Sonatenkompositionen Beethovens weitgehend auf Augenhöhe zu begegnen. Robert Schumann bewertete das Stück als „episch und titanisch“ und prognostizierte, dass es unter Hummels Werken wohl das einzige sei, welches langfristig „überleben“ würde.

Die Klaviersonate g-Moll op.3 von Ludwig Schuncke (1810-1834) entstand im Jahr 1832 und ist Robert Schumann gewidmet. Dies darf nicht verwundern, denn Schuncke gehörte zum engen Freundeskreis Schumanns. Er verstarb auf tragische Weise im Alter von nur 24 Jahren an Schwindsucht. Die Sonate lässt uns erahnen, welch’ bedeutender und wegweisender Komponist aus Schuncke hätte werden können, wenn ihm ein längeres Leben beschieden gewesen wäre.

Das späte Veröffentlichungsdatum (1839) der Klaviersonate f-moll op.8 von Norbert Burgmüller (1810-1836) darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier eigentlich mit einem Jugendwerk zu tun haben. Einmal mehr war es Robert Schumann, der treffend bemerkte: „[…] ich möchte die [die Sonate von Burgmüller] aber für auf dem Wendepunkt vom Jünglings- zum Mannesalter entstanden halten, wo so viele Träume Abschied von uns nehmen, um der Wirklichkeit Platz zu machen.“ Alle Sätze des Werkes würden „denselben Doppelcharakter von Resignation und Lebensmuth“ tragen. In diesem Sinne war Burgmüller also schon vorbildlich für Schumann selbst und dessen später durch „Florestan“ und „Eusebius“ personifizierte Doppelnatur.

Heidi Tsai spielt alle Werke auf dem Nachbau eines C.Graf-Flügels aus dem Jahr 1819.

Weitere Informationen entnehmen Sie gerne dem Booklet der CD.

Die fertige CD wird ab Herbst 2018 im Handel erhältlich sein.