Das “Handbook of Political Risk Insurance” ist ein Forschungsprojekt, welches die Funk Stiftung in Kooperation mit der Universität St. Gallen und zweier internationaler Kredit- und Investitionsversicherer durchgeführt hat. Das Ziel des Projektes war, eine in sich geschlossene Publikation als Grundlagenwerk zu erstellen, welches ohne Vorwissen verständlich in die komplexe Materie von Politischen Risiken einführt. Das Handbuch definiert zunächst wichtige Begrifflichkeiten und stellt den Status Quo im Kontext der Versicherung von Politischen Risiken dar. Praktiker erhalten insbesondere einen Überblick über Ansätze und Werkzeuge zur Risikoidentifikation und -bewertung, um das eigene Risikomanagement hinsichtlich der Politischen Gefahren zu erweitern.

Das Handbuch wurde durch die Initiative von Herrn Prof. Dr. Alexander Braun vom Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen in Zusammenarbeit mit der Funk Stiftung konzipiert und erstellt.

Dieses Forschungsprojekt ist vor allem heute von besonderer Wichtigkeit, da durch die Globalisierung der Märkte nicht mehr nur noch klassische Versicherungsrisiken für internationale Unternehmen zu berücksichtigen sind sondern insbesondere auch Politische Risiken. Inzwischen gibt es neben einer Vielzahl verschiedener länder-, produkt- und marktspezifischer Risiken, die sich auf jedes Unternehmen auswirken können auch immer mehr Risiken aus dem politischen Bereich.

Zu “Politischen Risiken” zählen beispielsweise “Politische Gewalt”, Enteignung oder Vertragsbruch (inkl. der Nichtzahlung) sowie die Nichtkonvertierbarkeit von Währungen. Eine einheitliche Definition existiert allerdings noch nicht. Für dieses neue, von der Funk Stiftung gerne geförderte, Handbuch wurde nun eine genauere Definition Politischer Risiken im Zusammenhang mit Versicherungsfragen von Unternehmen erarbeitet und lautet wie folgt:

 

„Political risk means governmental or societal actions, policies or omissions that negatively affect the business operations

and investments of a specific firm or a group of firms in the form of physical damages or economic losses in its home or a host country.”

 

Diese Definition ist mit Absicht etwas allgemeiner formuliert und bedeutet, dass politische Risiken durch spezifische Handlungen von Regierungen oder politisch-motivierten Ereignissen entstehen. Diese beeinflussen Unternehmen in Folge meist negativ: Vor allem Investitionen in den Ländern vor Ort oder Handelsgeschäfte mit staatlichen Unternehmen können betroffen sein und in der Folge zu wirtschaftlichen Einbußen oder auch Sachschäden führen.

Das „Handbook of Political Risk Insurance“ wurde als Bewusstseinsschaffung für diese Art von Risiken erstellt. Es soll vor allem Risikomanagern eine Hilfestellung sein um die jeweiligen Unternehmen bei der Auseinandersetzung mit den Auswirkungen Politischer Risiken zu unterstützen. Das Nachfrageverhalten von Unternehmen analysiert eine im Handbuch enthaltenen Studie der Universität St. Gallen und zeigt, dass Unternehmen durchaus eine erhöhte Exponierung aufweisen, Versicherungslösungen dennoch eher bei entsprechend sensibilisierten Unternehmen (z. B. aufgrund von eigenen Schadenerfahrungen) bisher eine größere Rolle spielen.  Auch konkrete Praxisbeispiele und Maßnahmen zur Prävention bzw. Risikoreduzierung sind im Handbuch ausführlich zusammengestellt und sollen den Praxisbezug des Handbuchs weiter erhöhen. Zudem zeigen Experten aus der Rückversicherungswirtschaft Ansätze zur Modellierung und Tarifierung auf und tragen zu einer ganzheitlichen Abrundung des Themenfeldes der Versicherung von Politischen Risiken bei.

In der heutigen globalisierten Welt rücken vermehrt neue, international verwobene Risiken für Unternehmen in den Vordergrund. Um die Verbreitung der Grundlagen zur Versicherung Politischer Risiken zu fördern können Sie das „Handbook of Political Risk Insurance“ kostenlos hier auf unserer Website downloaden. Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an die Funk Stiftung.