Die Hamburger Camerata in der Krypta von St. Michaelis

Musik in einem Kirchengewölbe, Musik in einer Krypta, Musik in einer Begräbnisstätte für verdiente Bürger der Stadt Hamburg. Die Krypta von St. Michaelis lässt Geschichte wachwerden, zeigt die Begrenztheit unseres menschlichen Daseins und verleiht jeder Musik, die dort erklingt, einen gewichtigen Charakter. Hier wird auch Kammermusik ein wenig zur Kirchenmusik, und viele Werke, die die Hamburger Camerata in diesem meditativen Raum ihren Gästen bietet, streifen die Sphäre des Religiösen – Musik selbst kann hier zur Religion werden.

"Franz und die Franzosen", ein Kryptakonzert am 26. März 2020 (Veranstaltung verschoben) in der St. Michaelis Kirche mit Werken von Franz Schubert, Eric Satie, Francis Poulenc und Ernest Chausson

Pia Davila, Sopran
Linda Leine, Klavier
Joanna Kamenarska, Violine 
Pascal Stierl, Violine
Friedemann Ramsenthaler, Viola
Samuel Selle, Violoncello

Klar, Sopran und Klavier, das kennt man. Und das bekommt man im dritten Kryptakonzert auch zu hören, Klavierlieder aus Frankreich stehen auf dem Programm.Aber dann wird es auch schon ungewöhnlich: Viel seltener – viel zu selten, könnte man sagen – mischen Komponisten den Klang der Solostimme mit anderen Instrumenten. Schubert zum Beispiel fügte in seinem Kleinod „Der Hirt auf dem Felsen“ eine Klarinette hinzu – ein Weg, den er nicht weitergehen konnte: Die innige, berührende Musik ist seine vorletzte Komposition. Da machten sich dann andere Komponisten ans Werk: Aribert Reimann arrangierte Klavierlieder von Schubert zu „Streichquartettliedern“ – nicht in den klaren Anschlag eines Klaviers wird die Singstimme da gebettet, sondern in die weichen Federn der singenden Streicher. Schuberts „Ständchen“ in einer Fassung für Sopran und Klaviertrio legt die verborgenen Farben des Klaviersatzes offen.

Der Franzose Ernest Chausson ließ sich nicht lumpen und gab der Sängerin in seinem „Chanson perpetuelle“ ein Klavier und ein Streichquartett an die Hand. Um der auf Liedgesang besonders spezialisierten Sopranistin Pia Davila – manchem vielleicht unter ihrem früheren Namen Pia Bohnert bekannt – eine Pause zu gönnen und die Ohren der Zuhörer mit einem klanglich abwechslungsreichen Menü zu verwöhnen, wird das Programm in guter Tradition des 19. Jahrhunderts ergänzt durch Kammermusik in verschiedenen Besetzungen.

 

Programmheft

Weitere Informationen finden Sie hier im Programmheft des Konzerts